Spendensegen zum Musikgenuss


Benefizkonzert zugunsten des Vilsbiburger Hospizvereins

V i l s b i b  u r g :  Das achte Benefizkonzert des Hospizvereins am Sonntagabend in der Wallfahrtskirche Mariahilf stand musikalisch auf hohem Niveau. Anspruchsvolle Musik wurde den zahlreichen Besuchern geboten und dazu nachdenklich stimmende Texte. Das Spenden-aufkommen für die Arbeit des Hospizvereins betrug nach dem Konzert schließlich knapp 2.200 Euro.

Drei gänzlich verschiedene Gruppen und Solisten traten auf und gewährleisteten spannungsreiche Abwechslung im Programm. Da war zunächst Irmgard Hubauer aus Leberskirchen, die beides bot: hochkarätigen und stimmungsgewaltigen Gesang und dazu souveränes Klavierspiel. Ihre Lieder - häufig aus der eigenen Feder - brachten die Zuhörer zum Nachdenken. So kam der mundartliche Song "S´ ewige Lem" einfühlsam herüber, bewegend und berührend - mit klarer geschulter und tragender Solostimme. Als bewussten Gegensatz empfanden die Zuhörer das Trio "DreimoiHoiz" mit drei Klarinetten. Josefa Burger, Andreas Mitterreiter und Elisabeth Schuder nahmen das Publikum in weiter Spanne von der Feuerwerksmusik Händels mit bis zu den zeitgenössischen Melodien nach dem Glenn Miller-Orchestra und "Moonlight Serenade". Der warme und satte Klang der drei Instrumente ging vor allem beim Menuett flüssig ins Ohr - eben einfach Mozart.

Als dritter Programmpunkt war das Vokalensemble des Maristen-Gymnasiums Furth angekündigt. Wer hier eine intime Gesangsgruppe erwartet hatte, wurde überrascht: Ein großer stimmgewaltiger Chor mit vornehmlich jungen Erwachsenen und Jugendlichen und frischen Stimmen erfüllte das Kirchenschiff. Zugesellt hatten sich Sänger der Jakobuskirche Ast und der evangelischen Kantorei Moosburg unter Leitung von Dr. Niko Firnkees. In verschiedenen kleineren Gruppierungen wurden höchst anspruchsvolle kirchliche Gesangssätze mit Soloeinlagen dargebracht. Endlich aber - bei der Zugabe - ließ der Dirigent seinen Sängern die Zügel locker. Rhythmisch und schwungvoll, wie es sich für einen Schulchor gehört, rockten die Sänger am Schluss das Publikum, das ihnen dafür dankbar applaudierte. Als Krönung zu den musikalischen Darbietungen kam das Kirchenschiff ins Spiel, das  perfekte Akustik für das Konzert bot - ein Ort zum Stillehalten, zum Sinnieren und für beschaulichen Musikgenuß.

Schwerkranke würdig begleiten

Das Benefizkonzert am Welthospiztag stand - wie schon in den Vorjahren - unter der Schirmherrschaft von Landrat Peter Dreier. In seinem kurzen Grußwort dankte dieser den Musikern, die ohne Gage zugunsten der Arbeit des Hospizvereins sangen und musizierten. Dreier hob das ehrenamtliche Engagement der Hospizbegleiter hervor und betonte deren schwierigen Dienst, die Menschen in den letzten Stunden zu begleiten. Veranwortlich für das Konzert war Gertraud Ertl, die zu Beginn den finanziellen Hintergrund beleuchtete. In den vergangenen Jahren habe der Hospizverein über Spenden und Konzerte über 160.000 Euro eingenommen. Dieses Geld sei für Geräte und zusätzliches Personal im Hospiz sinnvoll eingesetzt worden.

Bereichert wurden die musikalischen Darbietungen mit Texten von Brigitte Graßer, der Vorsitzenden des Hospizvereins. So erzählte sie die Geschichte eines Mannes, der einen Mönch gebeten hatte, ihn das Sterben zu lehren. Die Antwort war eine Gegenfrage: Wie oft er losgelassen habe, um das Sterben zu üben? Als zweiter Vorsitzender brachte Jerry Valentin den Zuhörern die Anliegen des Hospizgedankens näher. Man wolle den letzten Weg des Schwerkranken selbstbestimmt und würdig begleiten, Leid lindern und die Angehörigen und Freunde unterstützen. Zu Beginn des Konzerts hatte Pater Alois Gassner vom Orden der Salesianer Don Bosco als Hausherr die Besucher in der Wallfahrtskirche willkomnmen geheißen.

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