Seminarwochenende auf der Fraueninsel

Unten li. Marlis Lamers - Mimikresonanz-Trainerin
Unten li. Marlis Lamers - Mimikresonanz-Trainerin

Wenn die Worte fehlen

Bei strömendem Regen, doch gut gelaunt und in Vorfreude auf ein spannendes Wochenende, trafen Anfang Oktober 21 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen mit ihrer Koordinatorin Elisabeth Heindl und mehreren Vorstandsmitgliedern zum jährlichen  Fortbildungswochenende im Kloster Frauenwörth ein. Der Vilsbiburger Hospiz Verein e.V. hatte eingeladen und die zur Verfügung stehenden Plätze waren wie immer sehr schnell ausgebucht. In diesem Jahr stand die ausgebildete Mimikresonanz – Trainerin Marlis Lamers als eine willkommene Referentin dem Team zur Verfügung.  

Die Teilnehmenden lernten, dass die Mikromimik nicht steuerbare Bewegungen im Gesicht zwischen 40 und 500 Millisekunden Dauer umfasst. Gerade in schwierigen Gesprächen ist die Mimik das wichtigste Kommunikationsmittel. Das Erkennen von Emoti­onen wird durch die Wahrnehmung anderer körperlicher Signale ergänzt.

Die Mikromimik ist direkt, unbewusst, ein Ausdruck der inneren Zustände, Wünsche und Gefühle. Wortlos, ehrlich, unverfälscht, still. Manche sprechen auch vom „Spiegel der Seele“.

Gespannt und interessiert waren die Hospizbegleiterinnen bei der Sache. Frau Lamers nutzte verschiedene Zugangsweisen, um ihr Thema den Teilnehmenden mit Beispielen und Bildern nahe zu bringen. Alle konnten ihre eigene Fähigkeit, Mikro­expressi­o­nen den jeweiligen Gefühlen richtig zuzuordnen, ausprobieren. Das Erstaunen, auf welche Feinheiten geachtet werden muss, zog sich durch den kompletten Seminartag.

Die Abende dienten der Erholung und dem Austausch unter Gleichgesinnten, denn die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen sind in der Regel als „Einzelkämpferin“ unter­wegs. Ihr Dienst am Bett von Schwerstkranken und Sterbenden ist immer eine „eins zu eins“ Begegnung und so stellen Teambesprechungen und Fortbildungstage für alle eine gern wahr­­genommene Austauschplattform dar.

Als sich am Sonntag das Wetter endlich besserte und die Sonne über die Frauen­insel schien war noch Zeit für einen Spaziergang, um die herrliche Umgebung zu genießen. Wenn es im nächsten Jahr wieder heißt, „um Anmeldung für das Fortbildungswochen­ende wird gebeten“ gibt es ein neues Thema und sicher auch eine sehr schnell gefüllte Teilnehmerliste.

 

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