Den Tagen mehr Leben geben

Der Einsatz von HospizbegleiterInnen in Altenheimen der Region ist für den Vilsbiburger Hospiz Verein e.V. bereits seit ein paar Jahren eine gern übernommene Aufgabe. So werden in Vilsbiburg, Adlkofen, Altfraunhofen, Geisenhausen, Gerzen und Velden Bewohner der Heime am Ende ihres Lebens von Ehrenamtlichen begleitet. Die Heime auch aus Spendenmitteln unterstützen zu können war jedoch im vergangenen Jahr für den Verein erstmalig möglich.
Nach besonderen, nicht aus dem laufenden Haushalt zu deckenden Wünschen befragt, entschied sich jedes der Heime für ein den Bedürfnissen der Bewohner am besten angepasstes Hilfsmittel. Im Caritas Altenheim Vilsbiburg wurde ein spezieller Pflegesessel mit beruhigender Wirkung angeschafft. Bereits vor zwei Jahren auf der Altenpflegemesse liebäugelte der Heimleiter im Vilsbiburger Caritasaltenheim Stefan Priller mit einem Modell, von dem die Entwickler versprachen, dass besonders motorisch unruhige Bewohner davon profitieren würden. Doch sein Budget für Neuanschaffungen würde dies wohl in naher Zukunft nicht hergeben.
„Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben, aber jedem Tag mehr Leben“, diesen Ausspruch der großen alten Dame der Hospizbewegung Cicely Saunders könnte man nun über die doch noch realisierte Anschaffung des oben beschriebenen Pflegesessels stellen. Das Angebot des Vilsbiburger Hospiz Vereins e.V. am die Heime, ihnen einen Wunsch zu erfüllen, rückte die Realisierung in erreichbare Nähe und Stefan Priller nahm Kontakt zum Hersteller auf. Ende vergangenen Jahres war die Auswahl getroffen und der Pflegesessel konnte in Betrieb genommen werden.
Am 12. April nahm die Vorsitzende des Vilsbiburger Hospiz Vereins, Brigitte Graßer, das neue Pflegehilfsmittel in Augenschein und ließ sich von Stefan Priller die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten vorführen. Besonders demenziell veränderte Bewohner, die einen hohen Bewegungsdrang haben, können bei ruhiger Musikeinspielung (auch diese ist im Sessel integriert und vom Bewohner regelbar) unter den ruhigen, schaukelähnlichen Bewegungen des Sessels zur Ruhe kommen. Einige verschlafen so die Zeit, die sie sonst ruhelos unterwegs waren. Zur Ergänzung hat eine der Pflegekräfte einen sog. Snozelen-Wagen aufgebaut, der sowohl die begleitende Musik enthalten kann als auch die Möglichkeit, Duftöle zum Einsatz zu bringen und damit die beruhigende Atmosphäre unterstützt. Der Sessel wird auf Rollen geliefert und kann ortsver-änderlich eingesetzt werden, in einem Haus auf drei Etagen ist dies nicht unwichtig. Die Freude über die Finanzierung des hochwertigen Gerätes durch den örtlichen Hospizverein stand Stefan Priller an diesem Nachmittag jedenfalls ins Gesicht geschrieben.
Im Bild: Der neue Pflegerollstuhl im Einsatz, im Bild v.r.n l. Heimleiter Stefan Priller, Vereinsvorsitzende Brigitte Graßer

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